

Die Schutzart IP68 klingt zunächst nach einem klaren Versprechen: Earbuds mit dieser Kennzeichnung können ins Wasser geraten, ohne Schaden zu nehmen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. IP68 bescheinigt einen Schutz bei dauerhaftem Untertauchen in mehr als einem Meter Wassertiefe. Wie tief und wie lange die Earbuds tatsächlich unter Wasser bleiben dürfen, hängt allerdings von den Prüfbedingungen des jeweiligen Geräts ab.
Das ist besonders wichtig, wenn du deine Earbuds beim Laufen, im Fitnessstudio oder bei anderen Aktivitäten nutzt, bei denen sie regelmäßig mit Schweiß und Wasser in Kontakt kommen. Die IP68-Zertifizierung bietet zwar einen hohen Schutz, wie zuverlässig dieser im Alltag ist, hängt jedoch auch von der Nutzung, dem Zustand der Dichtungen sowie der anschließenden Reinigung und dem richtigen Laden ab.
Für wie viele Meter gilt IP68?
Kurz gesagt: für mehr als einen Meter unter festgelegten Laborbedingungen. Ob ein bestimmtes Paar Earbuds 1,5 Meter, 2 Meter oder eine andere Tiefe aushält – und für wie lange –, lässt sich nur den jeweiligen Produktinformationen entnehmen.
IP68 geht über das Untertauchen in einem Meter Tiefe hinaus
Die zweite Kennziffer bei IP68 ist die 8. Sie steht für den Schutz bei dauerhaftem Untertauchen unter Bedingungen, die über die IP67-Prüfung in einem Meter Wassertiefe hinausgehen. Allerdings gibt die „8“ keine feste Wassertiefe an, sondern bezeichnet eine Prüfklasse. Wie tief und wie lange ein Gerät tatsächlich unter Wasser bleiben darf, lässt sich daher nur anhand der jeweiligen Produktdokumentation bestimmen.
Tiefe und Dauer unterscheiden sich je nach Produkt
Ein Hersteller kann ein Gerät beispielsweise 30 Minuten lang in 1,5 Metern Tiefe testen, während ein anderer Hersteller andere Werte für Tiefe und Dauer festlegt. Welche Unterschiede zwischen den Schutzklassen im Alltag relevant sind, zeigt der Beitrag über wasserdichte In-Ear Kopfhörer. Auch Wassertemperatur, Position des Geräts und die Frage, ob sich das Wasser bewegt, können Teil der Prüfbedingungen sein. Das Bestehen eines bestimmten Tests bedeutet daher nicht, dass ein Produkt jede größere Tiefe oder längere Tauchdauer übersteht.
Die Herstellerangaben bestimmen die tatsächlichen Grenzwerte
Wie die IP68-Schutzart in der Praxis zu verstehen ist, ergibt sich aus der Bedienungsanleitung oder den offiziellen Produktspezifikationen. Dabei sind vor allem drei Angaben wichtig:
- Maximal zulässige Wassertiefe
- Maximale Dauer des Untertauchens
- Einschränkungen in Bezug auf Schwimmen, bewegtes Wasser, Salzwasser, Chlor oder das Laden
Wenn in der Dokumentation lediglich IP68 angegeben wird, ohne ausdrücklich eine Nutzung im Wasser zu erlauben, sollte die Schutzart eher als Absicherung gegen Training, Wetter und versehentlichen Wasserkontakt verstanden werden – nicht als Freigabe zum Schwimmen mit den Earbuds.

Was bedeutet IP68 bei Earbuds?
IP-Schutzarten geben an, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Neben der Schutzklasse spielen bei einem In-Ear Kopfhörer-Test auch Passform, Akkulaufzeit und der vorgesehene Einsatzbereich eine Rolle. Die beiden Kennziffern stehen für unterschiedliche Schutzbereiche. Außerdem gilt die jeweilige Einstufung nur für das tatsächlich geprüfte Produkt bzw. Bauteil.
Die erste Kennziffer steht für vollständigen Staubschutz
Die erste Kennziffer, die 6, ist die höchste Schutzstufe gegen feste Fremdkörper im IP-System. Sie bedeutet, dass das geprüfte Gehäuse staubdicht ist. Bei Earbuds, die im Freien verwendet oder in einer Sporttasche transportiert werden, hilft dies dabei, das Eindringen von feinem Staub und Schmutz zu begrenzen, die sich sonst an inneren Bauteilen ablagern könnten.
Die zweite Kennziffer steht für dauerhaftes Untertauchen
Die zweite Kennziffer, die 8, steht für Schutz bei dauerhaftem Untertauchen in mehr als einem Meter Tiefe unter vom Hersteller festgelegten Bedingungen. Damit handelt es sich um eine höhere Schutzklasse als bei Einstufungen, die lediglich Tropfwasser, Spritzwasser oder zeitweiliges Untertauchen abdecken. Unbegrenztes Untertauchen ist damit jedoch nicht gemeint.
Die Tests finden unter kontrollierten Laborbedingungen statt
IP68-Prüfungen werden normalerweise mit einem neuen, unbeschädigten Produkt unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt. Im Alltag kommen zusätzliche Faktoren hinzu, die im Labor möglicherweise nicht berücksichtigt werden, darunter Schweißrückstände, Bewegung, Stöße, Seife, warmes Wasser und gealterte Dichtungen. Die Wasserbeständigkeit sollte deshalb als zusätzliche Sicherheitsreserve verstanden werden und nicht als Einladung, Earbuds unnötig Wasser auszusetzen.
Ladecases benötigen einen eigenen Schutz
Beikabellosen Kopfhörern kann die angegebene IP-Schutzart ausschließlich für die Earbuds gelten. Sie gilt nicht automatisch auch für das Ladecase. Selbst wenn die Earbuds Schweiß oder Untertauchen vertragen, kann das Case offenliegende Ladekontakte und nur einen geringen oder gar keinen Wasserschutz besitzen. Werden nasse Earbuds in das Case gelegt, kann Feuchtigkeit auf die Kontakte gelangen und dort Korrosion oder Ladeprobleme verursachen.
Wo kann man IP68-Earbuds verwenden?
Am sichersten ist die Nutzung, wenn sie sowohl zur angegebenen Schutzart als auch zu den Herstellerhinweisen passt. Bei der Auswahl von Sport-Kopfhörern sollten Schweißschutz, sicherer Halt und der vorgesehene Trainingsort gemeinsam berücksichtigt werden. Alltägliches Training und wechselhaftes Wetter stellen völlig andere Anforderungen als eine absichtliche Nutzung unter Wasser.
Regen und Schweiß sind normalerweise gut beherrschbar
Bei intensivem Training sind Earbuds mehr ausgesetzt als nur gelegentlichen Wasserspritzern. Schweiß kann sich an Fugen und Ladekontakten sammeln, Regen kann beim Laufen im Freien die Bedienelemente erreichen und Staub kann an feuchten Oberflächen haften. Die soundcore Sport X20 kombinieren IP68-Schutz gegen Staub und Wasser mit SweatGuard-Technologie und einer abgedichteten Akustikkammer, wodurch die internen Komponenten beim Laufen, im Fitnessstudio und bei intensivem Training zusätzlich geschützt werden. Die verstellbaren Ohrbügel sorgen außerdem für einen sicheren Sitz, wenn die Haut durch Schweiß rutschiger wird, sodass die Musik weiterlaufen kann, ohne dass die Earbuds während des Trainings ständig nachjustiert werden müssen.
Auch versehentliches Untertauchen sollte möglichst kurz bleiben
Fallen deine IP68-Earbuds ins Wasser, solltest du sie möglichst schnell herausholen, statt dich auf die angegebene maximale Testdauer zu verlassen. Trockne sie anschließend gründlich ab und schalte sie aus, sofern die Bedienungsanleitung dies empfiehlt. Lege sie erst wieder ins Ladecase, wenn sie vollständig trocken sind. Auch wenn IP68 innerhalb der angegebenen Grenzwerte Schutz bietet, vermeidest du durch schnelles Handeln eine unnötige Belastung deiner Earbuds.
Schwimmen erfordert eine ausdrückliche Freigabe des Herstellers
Beim Schwimmen entstehen Bedingungen, die von einem statischen Tauchtest möglicherweise nicht abgedeckt werden. Armbewegungen, Beinschläge, Tauchen und das Abstoßen vom Beckenrand können den Druck auf die Dichtungen der Earbuds erhöhen. Earbuds sollten deshalb nur dann zum Schwimmen verwendet werden, wenn der Hersteller dies ausdrücklich erlaubt und klare Angaben zu Tiefe und Nutzungsdauer macht.
Salzwasser und Chlor bringen zusätzliche Risiken mit sich
IP-Prüfungen werden in der Regel mit Süßwasser und nicht mit Meerwasser oder chemisch behandeltem Poolwasser durchgeführt. Salz und Chlor können Rückstände hinterlassen, freiliegende Kontakte angreifen und nach dem Verdunsten des Wassers die Dichtungen beeinträchtigen. Kommt es dennoch zu einem solchen Kontakt, sollten die Reinigungshinweise des Herstellers befolgt werden. Eine IP68-Einstufung bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt auch gegen chemische Einflüsse geschützt ist.

Was kann den Schutz von Earbuds beeinträchtigen?
Die Wasserbeständigkeit hängt von physischen Barrieren wie Dichtungen, Klebstoffen, Gittern und Gehäuseverbindungen ab. Diese Komponenten können sich durch Alterung oder Stöße verändern.
Stürze können die Dichtungen beschädigen
Ein Sturz kann Schäden verursachen, die äußerlich kaum sichtbar sind und dennoch die Dichtigkeit des Gehäuses beeinträchtigen. Ein feiner Riss, eine verschobene Gehäusefuge oder ein gelockertes Bauteil kann einen neuen Weg für Feuchtigkeit schaffen. Nach einem stärkeren Aufprall sollten die Earbuds deshalb nicht absichtlich mit Wasser getestet werden, nur weil das Gehäuse äußerlich noch unbeschädigt aussieht.
Hitze kann interne Klebeverbindungen schwächen
Werden Earbuds in einem heißen Auto, in der Nähe einer Heizung oder längere Zeit in direkter Sonne liegen gelassen, kann dies die Materialien belasten, die das Gehäuse zusammenhalten. Hitze kann Klebstoffe weicher machen oder dazu führen, dass sich Bauteile unterschiedlich stark ausdehnen. Dampf und sehr heißes Wasser kombinieren Wärme mit Feuchtigkeit und sind daher für elektronische Geräte besonders ungeeignet.
Normaler Verschleiß kann die Wasserbeständigkeit mit der Zeit verringern
Die Wasserbeständigkeit wird bei einem neuen Produkt im geprüften Ausgangszustand gemessen. Wiederholtes Training, Hautfette, Reinigung, Staub, Temperaturschwankungen und normale Alterung können die Schutzmaterialien nach und nach beeinträchtigen. Ältere Earbuds sollten daher vorsichtiger behandelt werden, auch wenn sich ihre ursprünglich angegebene IP-Schutzart auf dem Papier nicht verändert hat.
Reparaturen können den ursprünglichen Schutz verändern
Beim Öffnen eines Earbuds können werkseitige Dichtungen und Klebeverbindungen beeinträchtigt werden. Wenn bei einer Reparatur der ursprüngliche Gehäuseschutz nicht wiederhergestellt und anschließend überprüft wird, entspricht die frühere IP-Einstufung möglicherweise nicht mehr dem reparierten Gerät. Eine professionelle Reparatur ist daher sicherer, als wasserbeständige Earbuds selbst zu Hause zu öffnen.
Wie sollten Earbuds gepflegt werden?
Eine gute Pflege schützt sowohl das wasserbeständige Gehäuse als auch das Ladesystem. Besonders wichtig ist es, Feuchtigkeit vom Ladecase und von den Ladekontakten fernzuhalten.
Earbuds vor dem Laden vollständig trocknen
Sichtbar nasse Earbuds sollten niemals direkt in das Ladecase gelegt werden. Wische sie mit einem weichen, trockenen Tuch ab, lasse sie an einem gut belüfteten Ort trocknen und stelle sicher, dass die Kontakte vollständig trocken sind, bevor du sie lädst. Starke Hitze sollte nicht eingesetzt werden, um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen, da sie Akku, Dichtungen oder Klebeverbindungen beschädigen kann.
Schweiß nach jedem Training entfernen
Schweiß enthält Salz, das auf den Earbuds zurückbleiben kann, nachdem die Feuchtigkeit verdunstet ist. Durch vorsichtiges Abwischen nach jedem Training lässt sich verhindern, dass sich Rückstände an Ladekontakten, Lautsprechergittern, Bedienelementen und Gehäusefugen ansammeln. Regelmäßige schonende Reinigung ist sicherer, als stärkere Ablagerungen später mit hohem Druck entfernen zu müssen.
Dampf und Wasser unter hohem Druck vermeiden
Normale IP68-Earbuds sollten nicht in der Sauna, im Dampfbad oder unter einer heißen Dusche getragen werden. Auch Wasserstrahlen aus einem Wasserhahn oder einer Dusche können den Druck auf kleine Öffnungen stärker konzentrieren als ruhiges Wasser beim Untertauchen. Die Kombination aus Hitze, Druck und Reinigungsprodukten kann die Bedingungen überschreiten, für die die Schutzart ausgelegt ist.
Die offiziellen Reinigungshinweise beachten
Verwende nur Reinigungsmethoden, die für das jeweilige Modell ausdrücklich zugelassen sind. Scharfe Werkzeuge, scheuernde Bürsten, Alkohol, Seife oder Haushaltsreiniger sollten vermieden werden, sofern der Hersteller ihre Verwendung nicht ausdrücklich erlaubt. Die Reinigungshinweise können sich für Ohrstöpsel, Ohrbügel, Akustikgitter, Ladekontakte und Ladecase unterscheiden.
FAQ
Wie unterscheidet sich IP68 von IPX8?
IP68 bestätigt sowohl Staub- als auch Wasserschutz: Die 6 steht für ein staubdichtes Gehäuse, während die 8 dauerhaftes Untertauchen unter vom Hersteller festgelegten Bedingungen abdeckt. Bei IPX8 bedeutet das X, dass innerhalb dieser Kennzeichnung keine Schutzklasse gegen feste Fremdkörper angegeben ist. Beide können beim Wasserschutz die Kennziffer 8 besitzen, aber nur IP68 bestätigt zugleich die höchste Staubschutzklasse.
Wie unterscheidet sich IP68 von 5ATM?
IP68 beschreibt den Schutz eines Gehäuses gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser, während 5ATM auf einem Drucktest basiert, der einer statischen Wassersäule von 50 Metern entspricht. Eine 5ATM-Angabe bedeutet nicht automatisch, dass ein Gerät bei jeder Aktivität in 50 Metern Tiefe verwendet werden kann. Ebenso erlaubt IP68 bei Earbuds nicht automatisch das Schwimmen. Welche Aktivitäten der Hersteller ausdrücklich freigibt, ist daher aussagekräftiger als ein reiner Vergleich der Zahlen.
Schutzart | Wichtigster Schutz | Was dadurch nicht nachgewiesen wird |
IP68 | Staubdichtes Gehäuse und dauerhaftes Untertauchen in mehr als einem Meter Tiefe unter festgelegten Bedingungen | Unbegrenzte Tiefe, Schwimmen, Tauchen oder Beständigkeit gegen Chemikalien |
IPX8 | Dauerhaftes Untertauchen unter festgelegten Bedingungen; kein Staubschutz angegeben | Staubbeständigkeit oder uneingeschränkte Nutzung unter Wasser |
5ATM | Widerstand bei einem festgelegten Drucktest | Garantierte Nutzung in 50 Metern Tiefe bei jeder Aktivität |
Beeinflusst IP68 die Bluetooth-Verbindung unter Wasser?
IP68 schützt das Gehäuse, verbessert aber nicht die drahtlose Signalübertragung. Bluetooth-Signale werden unter Wasser schnell abgeschwächt. Die Audioübertragung von einem Smartphone oder einer Smartwatch kann deshalb abbrechen, selbst wenn die Earbuds selbst ausreichend gegen Wasser geschützt sind. Zuverlässige Kopfhörer zum Schwimmen setzen daher häufig auf integrierten Speicher, statt unter Wasser von einer Bluetooth-Verbindung abhängig zu sein.
Deckt die Garantie Wasserschäden an Earbuds ab?
Nicht immer. Ob ein Wasserschaden von der Garantie abgedeckt wird, hängt von Marke, Modell, Schadensursache und davon ab, ob die Earbuds innerhalb der angegebenen Grenzwerte für den Wasserschutz verwendet wurden. Schäden durch nicht unterstützte Bedingungen – etwa Schwimmen, Salzwasser, heißes Wasser, zu große Tiefe oder das Laden im nassen Zustand – können vom Garantieschutz ausgeschlossen sein. Deshalb sollten die jeweiligen Garantiebedingungen geprüft werden.
Fazit
IP68 entspricht nicht einer einheitlichen Zahl von Metern. Die Schutzart bestätigt ein staubdichtes Gehäuse und Schutz gegen dauerndes Untertauchen in mehr als einem Meter Tiefe. Die tatsächlich zulässige Tiefe, Dauer und Nutzung legt jedoch der Hersteller fest.
Bei Earbuds ist IP68 besonders bei schweißtreibendem Training, Regen, staubiger Nutzung im Freien und versehentlichem Wasserkontakt hilfreich. Vor dem Laden sollten die Earbuds vollständig getrocknet und Schweißrückstände entfernt werden. Hitze und Wasser unter hohem Druck sollten vermieden werden. Zum Schwimmen sollten sie nur verwendet werden, wenn der Hersteller dies ausdrücklich erlaubt.


